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Von der Friedrichstraße bis zum Alexanderplatz - entlang der U-Bahn-Linie 5

Übersichtsplan: Lückenschluss der U5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor


Die Verabredung für alle Stadtspaziergängerinnen und Stadtspaziergänger kam dieses Mal super kurzfristig und musste punktgenau eingehalten werden, denn es ging um die 700 Tonnen schwere, 70 Meter lange „Bärlinde“. Wolfgang Hambruch hatte alle Interessierten eingeladen, sich den riesigen Bohrer mit dem originellen Namen für den Tunnelbau des künftigen U-Bahnschachts der U5, der heute im Erdreich verschwindet, anzuschauen. Mit technikbegeisterten Enthusiasten machte er sich früh auf den Weg, um dieses einmalige historische Ereignis in der Innenstadt nahe des Roten Rathauses zu erleben. Unterwegs blieb es nicht aus, auf die kulturträchtigen Gebäude hinzuweisen, die die Straße „Unter den Linden“ säumen. Die Gruppe der Spaziergänger war ein gutes Team, Kenner der Geschichte und belesen, jeder hatte noch einen anderen Hinweis oder eine weitere Anekdote parat. Wolfgang Hambruch, wie immer mit Bildmaterial ausgestattet, verwies auf den Zustand der Straße und deren Gebäude nach Kriegsende 1945 und auf die wieder aufgebauten aktuellen Schönheiten. Bemerkenswert, dass, ob Humboldt-Universität, Universitätsbibliothek (Kommode), Lustgarten oder Rotes Rathaus - sie alle strahlten schon in den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts in vollem Glanz. Das brachte besonders einen Neumarzahner, der aus dem ehemaligen Westteil der Stadt hergezogen war, zum Staunen.

Ein Blick vom Humboldtforum ließ den gewaltigen Umfang der Bauarbeiten erahnen, und fachsimpelnd begaben sich die Spaziergänger dann zur Baustelle mit dem großen Bohrer. Hier hatten sie Glück, denn ein Bauarbeiter war zufällig zur Stelle und beantwortete fachkundig alle Fragen.
Angeregt schwatzend fuhr der kleine Trupp wieder aus der Innenstadt nach Marzahn, in ihren Lieblingsbezirk, ein viel ruhigeres Fleckchen mit viel Grün. Aber auf die nächsten Spaziergänge, raus in die Stadt, freuen sie sich jetzt schon:  am 9. Juli mit den Nachbarschaftshelferinnen zum Botanischen Garten und am 30. Juli wieder gemeinsam mit Wolfgang Hambruch zu einem weiteren historischen Ort – der Wannseevilla.

Text: Sabine Schwarz, Nachbarschaftshelferin
Foto: Detlef Ehrentraut, Bewohner