Gebiet
Lassen Sie sich einladen zu einem Rundgang durch das Quartier an der Mehrower Allee, das zwischen der Mehrower Allee im Norden und der Raoul-Wallenberg-Straße im Süden liegt, im Westen von der Märkischen Allee und im Osten vom Bürgerpark Marzahn begrenzt wird. Hier stehen elfgeschossige Gebäude, die große Wohnhöfe bilden, einzelne Hochhäuser mit bis zu 21 Geschossen und eher niedrigere Häuser mit "nur" fünf oder sechs Stockwerken, die meisten von ihnen in den letzten Jahren voll- oder zumindest teilsaniert. Damit unterscheidet sich das Quartier nur wenig von den benachbarten Wohnvierteln, mit denen zusammen es den Stadtteil Marzahn Mitte bildet. Eine Besonderheit ist aber das viele Grün: Der angrenzende Bürgerpark, der neue Hochzeitspark, das Regenrückhaltebecken, die grünen Innenhöfe, die Spiel- und Sportplätze, die Gärten der Kindereinrichtungen, die vielen Vorgärten, die blühenden Balkone und nicht zuletzt der „Garten der Begegnung“ – die grüne Oase inmitten des Quartiers. Eine andere Besonderheit im Kiez ist das sich entwickelnde nachbarschaftliche Zusammenleben.
Inzwischen hat aber auch der Stadtumbau im Quartier Spuren hinterlassen und wird es in den nächsten Jahren wohl noch weiter verändern: Bisher wurden zwei Kitas, zwei Schulgebäude und eine Jugendeinrichtung abgerissen, aber auch ein großes Wohngebäude in der Ludwig-Renn-Straße. Die frei gewordene Fläche dort wird zu einer kleinen Parkanlage umgestaltet und mit dem benachbarten Bürgerpark zusammenwachsen. Neu im Kiez ist auch der Hochzeitspark (www.hochzeitspark-mh.de). Seit November 2007 haben hier Bewohnerinnen und Bewohner aus Marzahn, aber auch aus anderen Teilen der Stadt, inzwischen mehr als 60 Bäume gepflanzt – zu Hochzeiten, Geburten, besonderen Geburtstagen oder anderen schönen Anlässen. Und es kann weiter gepflanzt werden.
Seit ca. zwei Jahren gibt es das Seniorenzentrum „Polimar“, das durch den Rückbau eines Wohngebäudes gegenüber dem Ärztehaus entstand. Was man so alles aus den 11-geschossigen Plattenbauten machen kann! Jetzt mit nur fünft Etagen und dem Dachgarten obendrauf ist seine Herkunft fast nicht mehr zu erkennen. Ähnlich wird es sein, wenn das Wohnhaus an den Ringkolonnaden erst mal fertig sein wird: weniger Stockwerke, alle Wohnungen mit Balkonen oder Terrassen und die Mietergärten an den Häusern werden eine ganz neue Qualität für das Wohnen im Kiez bedeuten. Auch hierbei wird besonders – aber nicht nur – an die Bedürfnisse älterer Menschen gedacht.
Das Quartier verfügt über eine gute Infrastruktur. Ein Einkaufszentrum versorgt die Mieter mit allen Dingen für den täglichen Bedarf. Wichtige Dienstleistungen werden ebenfalls angeboten, vor allem ist auch das sich ständig erweiternde Ärztehaus mit zahlreichen Fachpraxen zu nennen. Auch die soziale Infrastruktur mit hervorragenden Angeboten für Kinder und Jugendliche, aber auch mit Freizeit-, Sport- und Begegnungsstätten für alle Generationen bietet beste Voraussetzungen für ein abwechslungsreiches Leben am Wohnort. An den Berliner Nahverkehr ist das Wohngebiet über die S-Bahnhöfe Mehrower Allee und Raoul-Wallenberg-Straße angebunden und auch Straßenbahn und Bus garantieren gutes Fortkommen.
Im Quartier an der Mehrower Allee leben fast 8.500 Menschen (Stand: Juni 2008) aller Altersgruppen. Dennoch sind sie hier im Durchschnitt älter als in anderen Teilen der Großsiedlung: Viele Menschen kamen als Erstmieter zu Beginn der 80er Jahre ins Quartier und sind hier älter geworden. Viele ältere Bewohner sind aber auch neu zugezogen, weil Wohnungsunternehmen eine Reihe von Wohnungen altengerecht saniert haben und im neuen Seniorenzentrum altengerechtes und betreutes Wohnen sowie zahlreiche Pflegeplätze angeboten werden. Junge Familien wohnen aber auch nach wie vor im Kiez, die Kita „Sonnenschein“ ist ausgebucht und auch die Karl-Friedrich-Friesen-Grundschule hat gefüllte Klassen. Kinder groß zu ziehen, ist heute nicht immer leicht und auch nicht leichter als früher. Familien zu unterstützen, Eltern zu stärken und Kindern gute Chancen zu eröffnen, sind eine wesentliche Herausforderung. Unter den Neuzugezogenen sind auch viele Spätaussiedler, die seit den 90er Jahren aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gekommen sind. Sie machen inzwischen fast ein Fünftel der Quartiersbevölkerung aus. Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Armut und Unsicherheit machen auch vorm Quartier an der Mehrower Allee nicht halt. Trotz eher ungünstiger Rahmenbedingungen dennoch einen lebenswerten Kiez zu erhalten, dafür ziehen viele – unterstützt durch das Quartiersmanagement – an einem Strang.






