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Einmal den Blick verschieben

Diesmal waren die 3000 Schritte, zu denen sie sich sonst immer treffen, etwas länger. Die fröhlichen Wanderer oder Spaziergänger, die sich montags immer auf den Weg machen, nahmen die Einladung der Leiterin des Projekts „Gemeinsam für den Kiez" gerne an und trafen sich am 27. November, um ins Schloss Biesdorf, in die neue Ausstellung „Blickverschiebung" zu fahren.

Diese Ausstellung hat es in sich. Die Bewohnerinnen und Bewohner aus der Mehrower Allee können nicht sachlich von außen schauen, sondern eigentlich ist auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte abgebildet. Sie betrachten eine Bilddokumentation Fotographie und Gedächtnis, die von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Generationen und unterschiedlicher Herkunft gestaltet wurde. Thema ist der Wandel Ostdeutschlands von der DDR über die Wendezeit bis in die Gegenwart. Im Flyer dazu steht, dass das Wechselverhältnis zwischen Identität und öffentlichen Räumen sowie dessen Verschiebungen ein zentrales Leitmotiv der Ausstellung bilden. Das wird sichtbar.

Sichtbar wird aber auch ein sehr enger Blick auf Ostdeutschland - ein Blick der Künstlerinnen und Künstler, die ausnahmslos nicht in den Osten einladen. Die Fotos bilden eine zerstörerische Wirklichkeit ab, egal zu welchem Zeitpunkt, die sich, wenn man oder frau sich auf die widergespiegelte Atmosphäre einlässt, düster, hoffnungslos, simpel, eingeschränkt, deprimierend - nicht lebenswert erscheint. Starker Tobak, der dem Betrachter zugemutet wird und eine Wertung offenbart, die nicht angemessen ist. Die junge Frau, die die kleine Gruppe durch die Ausstellung führte, ließ allerdings auch entsprechende Diskussionen zu und so gab es einen regen Gedankenaustausch.

Das neu rekonstruierte Schloss ist sehenswert, die Inneneinrichtung einer Ausstellung würdig, sparsam und sehr geschmackvoll. Einer Betrachtung wert ist auch seine Geschichte, die mit schwarzen Strichzeichnungen im Eingangsbereich liebevoll, humorvoll und durchaus ideenreich und originell gezeichnet wurde.

Ein Besuch lohnt sich allemal.

Text und Fotos: Sabine Schwarz Projektleiterin „Gemeinsam für den Kiez"